Der Ort Kordel
Geschichte der Fremdenverkehrsgemeinde Kordel
Kordel (145 m NN) mit seinen rund 2300 Einwohnern gehört zur Verbandsgemeinde Trier-Land und liegt sehr idyllisch in einem Talkessel der unteren Kyll. Im Ortsbereich münden vom Westen her kommend der Alt- oder Welschbilliger-Bach und der Kimmlinger-Bach in den in alten Urkunden „Gelbis“ genannten Fluss, der für seinen Fischreichtum bekannt war. Der Ort ist über die Bahnlinie Trier-Köln und die Bundesstraße 422 sehr gut angebunden und nur 6 km von der Stadtgrenze Trier entfernt.
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Über die Herkunft und Deutung des Ortsnamens Kordel (bis 1936
mit dem Anfangsbuchstaben C geschrieben) sind sich die
Ortsnamen- und Heimatforscher nicht ganz einig. Die einen leiten
ihn ab von einem erzbischöflichen Hof namens „Cordula“ oder
„cortellum“ der bei der Burg Ramstein lag. Andere wie der
Heimatforscher Anton Obser finden den Ursprung der Namensgebung
im Welschbilliger-Bach, der sich wie eine Kordel durch das Tal
windet und im Ortsbereich in die Kyll mündet.
Die bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges blühende
Sandsteinindustrie, die auch das Wachstum und Erscheinungsbild
des Ortes prägte, existiert bis auf einen Steinhauerbetrieb
nicht mehr.
Landschaftliche und kulturgeschichtliche Anziehungspunkte
begünstigen Kordels moderne Entwicklung zu einem ansprechenden
Erholungsort an der unteren Kyll. Das der VG-Trier Land
gehörende Freibad am Ortsrand und die vielen anderen Freizeit-
und Sportmöglichkeiten sind dieser Entwicklung nur förderlich.
Gesellige und kulturelle Vereine, darunter ein sehr rühriger
Heimatverein, leisten ihren besonderen Beitrag mit der
Ausrichtung vieler Veranstaltungen im Dorfgeschehen.
Im Ortskern gibt es kaum noch Baulücken und die nach dem 2.
Weltkrieg entstandenen Häuser reichen bis an die Waldgrenze.
Neues Bauland ist knapp und die Erschließung neuer Bauparzellen
ist sehr aufwendig und teuer. Daher stagnieren die
Einwohnerzahlen seit Jahren und sind sogar leicht rückläufig.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1023.
Zeugnisse der Kordeler Geschichte sind jedoch wesentlich älter
als ein Jahrtausend, sie gehen bis in die späte Altsteinzeit
zurück. Zu erwähnen sind aus dieser Zeit die Genovevahöhle und
die Ringwälle auf den Höhen des Kylltals. Auch Römisches ist in
der Gemarkung zu finden, Reste einer Glashütte auf der Hochmark,
die Stollen eines Erzbergwerks oberhalb der Burg-Ramstein und
Teile der römischen Langmauer.
Die für die Glasherstellung erforderlichen Grundstoffe wie Sand,
Kalk, Soda, sowie roter, blauer und grüner Farbstoff zum
Einfärben waren in der Gemarkung Kordel vorhanden. Die
Fachkräfte für die Glasherstellung etwa um die Zeit 600 nach
Christus wurden wahrscheinlich durch den hl. Amandus aus dem
Hennegau in Belgien vermittelt. Pastor Heydinger aus
Schleidweiler und Pfarrer Schmitt aus St. Paulin in Trier
machten schon im vorigen Jahrhundert auf die vielen Glasscherben
auf der Hochmark aufmerksam und das Landesmuseum führte 1880 und
1938 sehr erfolgreiche Grabungen durch.
Etwa 3 km südlich Kordels erhebt sich auf einem mächtigen
Sandsteinfelsen die Ruine der ehemaligen kurtrierischen
Landesburg „Burg Ramstein“. Die heutige Anlage wurde zu Beginn
des 14. Jahrhunderts von Erzbischof Diether von Nassau
errichtet. Um 1325 ist die Burg als viergeschossiges gotisches
Turmhaus vollendet. Ihr rechtwinkeliger, trapezförmiger
Grundriss hat die lichten Maße 8.20 x 10.35 Meter, die
Mauerstärke beträgt 1.35 Meter. Im Jahr 1674 nahmen
französische Truppen sie durch eine List ein und zerstörten sie
im Jahr 1689 durch Feuer. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte die
Burg fast ununterbrochen der Trierer Domdechanei. Ab dem Jahr
1826 befindet sich die Ruine im Privatbesitz. Heute ist sie das
wohl bekannteste Wahrzeichen Kordels und lockt als beliebtes
Ausflugsziel mit Restaurationsbetrieben zahlreiche Gäste an.

1175 wird erstmals die Pfarrei Kordel genannt, deren Patrozinium
1569 mit dem hl. Amandus und 1609 zusätzlich mit dem hl.
Vedastus angeben ist. Die heutige Pfarrkirche wurde 1865-67 nach
Plänen des Trierer Architekten Pleimes erbaut.
Die in der Hälfte des 19. Jahrhunderts recht armen
Ortsbewohner taten sich sehr schwer mit dem Bau einer neuen
Kirche, das alte Kirchlein war morsch und feucht und fasste die
Gläubigen schon lange nicht mehr. Der im Jahr 1853 neu
eingesetzte Pastor Badem aus Ehrang brachte den notwendigen Elan
mit und konnte den Gemeinderat zu einem schönen und großen
Neubau bewegen. Die heutige Pfarrkirche ist ein aus graugelben
Sandstein errichteter neugotischer Saalbau mit dominanter
Wirkung im Ortsbild.
Auf dem nördlichen Gemeindegebiet Kordels in Winterbach stellte
Erzbischof Albero den Zisterziensern um das Jahr 1135 Ländereien
zur Gründung ihrer ältesten Niederlassung in Deutschland zur
Verfügung. Wenige Jahre später siedelten die Mönche jedoch nach
Himmerod um. Das erhaltene Hofgut in Winterbach verkaufte der
Orden im Jahr 1609 an die Familie von Kesselstatt aus Föhren.
Die letzten Pächter des Hofgutes aus der Familie Endres lebten
noch bis um 1870 in Winterbach, danach zerfielen die Gebäude.
Heute erinnern nur noch ein Kapellenrest und 2 Kreuze an diese
Besiedlung.
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